Weiß wie die Unschuld – hat es heute noch Bedeutung?

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Der Ursprung der weißen Unschuld

Weiß die Farbe der Unschuld, so hieß es immer und wird auch noch heute so angepriesen. Doch in wie weit trifft dies auf unsere Mode noch zu und wollen wir diese Bedeutung überhaupt noch bewusst einsetzen?

Das typische Bild von einem weißen Kleid kommt uns wohl unmittelbar wenn wir an eine Braut oder nur an eine Hochzeit denken. Dieses Ereignis hat sich für uns über die Jahrhunderte fest mit einem Bild verknüpft. Dabei ist diese Vorstellung für viele Veraltet und immer mehr Bräute greifen zu einer anderen Farbe. Vor allem bei standesamtlichen Hochzeiten sind die pompösen weißen Roben längst nicht mehr so gefragt.

Weiß als Bündelung allen Lichts und jeglicher Abwesenheit von Dunkelheit gilt als reinste Farbe. Wir assoziieren pure Reinheit, Ordnung, Leichtigkeit und Vollkommenheit damit. Darum wählte man diese Farbe als Brautkleidfarbe. Denn das Bild einer perfekten Braut ist Unschuldig und Unberührt.

Da stellt sich mir die Frage, weshalb die Farbe Schwarz, die völlige Abwesenheit von Licht und Verkörperung der Dunkelheit, als Bräutigamfarbe gewählt wurde? War dies eine Positionierung der damaligen Machtstellung von Mann und Frau?

Kulturelle Entwicklung

Schaut man sich nun in verschiedenen Kulturen um, wird schnell klar, dass unsere Assoziation mit der Farbe der Reinheit nicht gänzlich geteilt wird.

In östlichen Kulturkreisen verkörpert Weiß die Trauer und den Tod, so dass bei einer Beerdigung alle Frauen weiß tragen. In Ägypten wiederum entstand der Glaube das Weiß die Farbe des Glücks und der Freude ist, der Ausruf entstand: “Er ist ein Kind der weißen Henne“, wenn jemand vom Glück verfolgt wurde.

Wie wir nun also Farben wahrnehmen und Emotionen dazu entwickeln, ist uns von einer langen Kulturellengeschichte vorgegeben und eine wertungsfreie Betrachtung ist uns so gut wie unmöglich.

Sollten wir nun also versuchen Weiß als neutrale Farbe zu betrachten oder wollen wir weiterhin eine Assoziation der Unschuld und Reinheit aufkommen lassen.

Weiß als Modefarbe

Die Welt der Mode ist wie ein Dirigent und nutzt die Instrumente die ihr in die Hand gegeben werden. Darum ist auch gerade die Farbe Weiß ein elementarer Bestandteil ihrer Welt. Die Mode spielt mit ihrer Bedeutung und setzt sie bewusst ein.

Auch heute noch gilt ein Brautkleid als weißer Traum jeder Braut und es werden höchste Beträge für diesen einen besonderen Auftritt ausgegeben. Wir verfolgen weiterhin das Bild, der perfekten und unbefleckten Braut.

Doch neben der zeremoniellen Farbe ist Weiß zu einer positiven Farbe des Sommers geworden. Weiße Blusen, Spitzenkleider und auch Hosen, bringen uns rasant schnell zu sommerlichen Gefühlen. Gerade dies weiß die Modewelt zu nutzen. Weiße Kleidung versetzt uns in optimistische Stimmungen, vertreibt Kummer und Sorgen und steht dem tristen Alltag gegenüber. Die Farbe des Frühlings und des Sommers steht ebenso für Natürlichkeit und den Neuanfang.

Wir können nicht aus unserer Haut raus und darum wird sich auch an der Bedeutung der Farbe für uns nichts ändern. Lediglich die vermehrte Anwendung und Neuschöpfung der Modehäuser lässt es uns von Zeit zu Zeit vergessen und wir können die Schönheit uneingeschränkt genießen!